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Рубрика: Култура    Аутор: новинарство    1.212 пута прочитано    Датум: 30.07.2007    Одштампај
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BelgradBelgrad – übersetzt heißt das “weiße Stadt”. Ob das stimmt, ist nebensächlich. Die Stadt zählt zu den heißtesten Tipps in Südosteuropa.

Christian Simon/Der Standard/Printausgabe/9./10.6.2007)
Wer nicht gerade mit einem Brett vor dem Kopf und Scheuklappen durch die Welt geht, kann die äußerst schwierige Auseinandersetzung mit der serbischen Geschichte bei einem Belgrad-Aufenthalt wohl kaum vermeiden. Nur die meisten Besucher erwarten von der “weißen Stadt” fälschlicherweise auch noch das Gegenteil dessen, was der Name eigentlich nahelegen will: einen zerstörten Ostblock-Moloch. Allerdings sind die Plattenbauten nicht so monströs wie in Bratislava-Petrzalka und die Stadtplaner waren keine Gigantomanen wie etwa in Bukarest. Belgrad lässt vielmehr verblasste mondäne Züge erahnen, ohne museal zu sein, der berühmte Hauch vergangener Zeiten weht – oft nur ein wenig schwer greifbar – um die eine oder andere Ecke.

“Wir müssen der Stadt ihre Urbanität zurückgeben, die sie in den Wirren der letzten Jahre verloren hat”, beschreibt Andrej, ein gebürtiger Belgrader in den Mittdreißigern, der nach 15 Jahren aus den USA in seine Heimatstadt zurückgekehrt ist, die Mission. Sein persönliches Mittel: die Wiederbelebung des “Pevac”, einer Bar in einer Parallelstraße zur zentralen Fußgängerzone und Flaniermeile Kneza Mihaila, die in besseren Zeiten im Trend lag, dann aber geschlossen wurde. Heute erfreut sich das “Pevac” bei einem jungen, aber auch besser verdienenden Publikum wieder großer Beliebtheit.

Unter Kennern gilt Belgrad schon seit ein paar Jahren als Geheimtipp, vor allem was das Nachtleben betrifft. Horden besoffener Billigurlauber, wie sie seit Längerem über andere osteuropäische Städte herfallen, sind Belgrad auf jeden Fall bis dato erspart geblieben. Und den ersten Eindruck vom pulsierenden Nachtleben kann man bereits an einem Abend bekommen.

Auftakt einer Nacht

Als Ausgangspunkt wählt man die weitläufige und beeindruckende Anlage der Kalemegdan-Festung, die direkt über dem Zusammenfluss von Donau und Save liegt. Alles da, was man vorerst braucht: Sonnenuntergang mit Blick auf die beiden Flüsse und über Neu-Belgrad als idealer Auftakt für die Abendvorstellung Belgrads. Später schlendert man durch den Kalemegdan-Park, die grüne Lunge der Innenstadt, in Richtung “Kneza Mihaila”, in die Einkaufsstraße, wo es ums Gesehenwerden – vor oder am besten in den internationalen Designer-Shops – geht. Am Ende der “Kneza Mihaila” angelangt, biegt man zum “Trg Republike” (Platz der Republik) ab, der definitiv das Herz der Stadt darstellt.

“Beim Pferd” – womit die Statue des Prinzen Mihail Obrenovic III. hoch zu Ross gemeint ist – ist der Standard-Treffpunkt für die Bewohner Belgrads. Wohl auch wegen der vielen Straßencafés. Von der “Kneza Mihaila” kommend, überquert man den Platz, biegt beim Nationaltheater in die “Francuska” ein, geht einige Minuten bergab und landet im “Skadarlija”. Wer den Weg nach dieser Beschreibung nicht findet, braucht sich nicht gleich “im Balkan” verloren zu wähnen: Seit Kurzem ist die Innenstadt Belgrads endlich auch mit Hinweistafeln auf Englisch ausgeschildert.

Diese Wegweiser beschreiben das “Skadarlija” etwas romantisierend als “Bohemian Quarter”, von dem bis auf die zentrale – als eine der wenigen Straßen im Zentrum Belgrads noch mit Kopfstein gepflasterte – Gasse “Skadarska ulica” nicht mehr viel übrig geblieben ist. In der “Skadarska ulica” reiht sich ein traditionelles serbisches Restaurant an das andere, und dort bekommt man ohne Zweifel die Stärkung, die man vor dem Eintauchen in das Partyleben der Stadt gut brauchen kann.

Einfacher Lokalführer

Die Belgrader sind sich alles andere als einig, welches der mindestens 20 Restaurants nun das beste ist – als Ausländer kann man allerdings kaum etwas falsch machen, wenn man sich ein Restaurant aussucht, das von den Einheimischen frequentiert wird. Auch Reisenden, die das erste Mal in Serbien unterwegs sind, wird der Unterschied zwischen Touristen und Einheimischen sofort auffallen: Wer sich schon nahezu mit einer sinnlichen Hingabe über mehrere Stunden Speis und Trank – und der nicht zu überhörenden musikalischen Umrahmung – widmet, wohnt hier.

Wer es sich nach dem Abendessen irgendwie doch noch einrichten kann, das Nachtleben auszukosten, der wird ebenso üppig versorgt: Bei entsprechendem Wetter im Sommer und Frühherbst verlagert sich der Schwerpunkt der feiernden Flaneure zu den Ufern der Flüsse Donau und Save mit ihren zahlreichen schwimmenden Lokalen, genannt “splav” (Floß). Der dynamischen Entwicklung der Stadt folgend, öffnen nun jedes Jahr neue Splavovi. Oder sie benennen sich um, schließen gleiche wieder, manchen macht auch ganz einfach das Hochwasser einen Strich durch die Rechnung.

Aber es gibt auch Konstanten: Den Weg zum “Sound” oder “Exile” an der Save und jenen zum “Blejwatch” an der Donau sollte mittlerweile jeder Taxifahrer finden. Wie die schwimmenden Lokale befinden sich auch Belgrads Diskotheken und Klubs auf dem Festland in ständigem Wandel. An zwei Fixadressen, die schon längere Zeit bestehen und einen dementsprechend guten Ruf haben, kann man sich jedenfalls halten: Das “Akademija” (Rajiceva 10, im Sommer freitags am Kalemegdan) und das “Aundergraund” (Pariska 1a – in den Katakomben unter dem Kalemegdan, am Abhang zur Save gelegen).

Gute Abkürzungen

Das studentische Publikum mit der kleineren Geldtasche ist im Bezug auf die Clubkultur ein verlässlicher “Wegweiser”: Man trifft sich vorzugsweise in Lokalen mit Namen, die in jedem Fall abgekürzt sein müssen: Etwa im “KST”, das sich im Untergeschoß der technischen Fakultät am Bulevar Kralja Aleksandar Nr. 72 befindet, oder im “SKC”, gleich hinter dem “Beograñanka”, dem nicht zu verfehlenden Hochhaus mit dem Schriftzug der serbischen Boulevardzeitung “Blic”.

Die zwischenzeitliche Stärkung bei nachlassender Wirkung des Abendessens oder das allfällige morgendliche Katerfrühstück ist in Belgrad ein Leichtes: Zahlreiche Take-away-Grillbuden (“Rostilj”) bieten von Pljeskavica, der serbischen Variante des Hamburgers, bis hin zu Burek über süße oder saure Palatschinken so ziemlich alles, was der Würschtelstandler begehrt. Und die Cevapcici werden dort noch als ausgewachsene Cevapi serviert. (Christian Simon/Der Standard/Printausgabe/9./10.6.2007)





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