logo logo logo logo
Рубрика: Политика, Религија, Друштво    Аутор: Срђан Марјановић    760 пута прочитано    Датум: 16.03.2007    Одштампај
PDF pageEmail pagePrint page

intervju_die_welt.bmpBischof Artemije, höchster Würdenträger im Kosovo, über die Perspektivlosigkeit der serbischen Minderheit nach einer Unabhängigkeit der Provinz.

DIE WELT: Die Chancen für einen Kompromiss zwischen Serben und Albanern sind vorbei, die abschließenden Verhandlungen in Wien waren ergebnislos.

Bischof Artemije: Man könnte immer noch einen Kompromiss finden. Aber dazu müsste die internationale Gemeinschaft den Albanern endlich mitteilen, dass die Unabhängigkeit nicht die einzige Lösung sein muss. Bis zum heutigen Tage hat die albanische Seite nur diese nationalistische Maximalforderung gestellt. Das lässt vermuten, dass ihnen jemand vor Beginn der Gespräche die Unabhängigkeit versprochen hat.

WELT: Wer steckt denn hinter dem Unabhängigkeitsversprechen?

Bischof Artemije: Man muss kein Prophet sein, um sowohl auf die EU als auch die USA zu zeigen.

WELT: Mit Blick auf Leid und Unrecht, das den Albanern widerfahren ist, kann man deren Wunsch nach Unabhängigkeit von Serbien nicht nachvollziehen?

Bischof Artemije: Die Gewalt kam grundsätzlich immer von der anderen Seite. Während des Osmanischen Imperiums, während des Ersten und Zweiten Weltkriegs, des Kommunismus – und auch jetzt, seitdem das Kosovo ein UN-Protektorat ist. Die Albaner haben heute nur ein Argument für ihre Unabhängigkeit – Gewalt; und Drohungen mit Gewalt, falls sie die Unabhängigkeit nicht bekommen.

WELT: Wie frei können Sie sich als orthodoxer Geistlicher im Kosovo bewegen?

Bischof Artemije: Ein orthodoxer Christ im Kosovo zu sein bedeutet, gekreuzigt zu werden. 250 000 Menschen wurden vertrieben, 2000 Serben ermordet. Hunderte Kirchen und Klöster wurden zerstört. Die Serben, die noch ausharren, leben in Gettos, in albanischer Umgebung werden sie zu Freiwild. Ich selbst kann mich nur in gepanzerten Fahrzeugen der Kfor bewegen.

WELT: Warum ist das Kosovo so wichtig für die orthodoxen Serben?

Bischof Artemije: Es ist die Wiege der serbischen Identität und Staatlichkeit. Es ist wie das Herz im menschlichen Organismus, wenn es erkrankt, muss man es heilen, man darf es nicht herausreißen. Was Jerusalem für die Juden ist, ist das Kosovo für uns.

WELT: Was würde passieren, wenn das Kosovo in absehbarer Zeit unabhängig wird?

Bischof Artemije: Das ist unmöglich, weil Serbien das niemals akzeptieren wird. Es mag zwar eine Unabhängigkeit geben – aber die kann uns die internationale Gemeinschaft nur gewaltsam aufzwingen. Und: Aus einer christlichen Provinz soll eine islamische Gemeinschaft werden. 150 orthodoxe Sakralbauten wurden zerstört, aber 400 Moscheen gebaut, finanziert unter anderem durch Saudi-Arabien. Extremistische Strömungen fassen Fuß, mit al-Qaida im Gefolge.

WELT: Ist es nicht die Aufgabe eines jeden Geistlichen, egal, welche Kirche oder Religion er vertritt, für Versöhnung einzutreten? Wo aber bleibt bei den serbisch-orthodoxen Geistlichen das Wort Versöhnung?

Bischof Artemije: Ich kann nicht für andere Würdenträger meiner Kirche sprechen. Aber ich trete für Versöhnung ein – die übrigens nie eine Einbahnstraße sein kann. Aber wie soll man sich mit jemandem aussöhnen, der danach trachtet, einem das Herz aus dem Leib zu reißen? Ich glaube trotzdem, dass ein friedliches Miteinander von Serben und Albanern möglich ist.

Artemije Radosavljevic (72) ist seit 1991 Bischof der serbisch-orthodoxen Eparchie Raszien-Prizren. Er gilt als Sprachrohr der dortigen serbischen Minderheit, aber auch serbischer Nationalisten. Artemije war einer der schärfsten Kritiker Milosevic” und verurteilte das damalige Vorgehen der serbischen Sicherheitskräfte gegen die Albaner im Kosovo. Heute versammeln sich die Konfliktparteien letztmals in Wien, bevor UN-Vermittler Martti Ahtisaari sein Papier in den Weltsicherheitsrat einbringt.

Mit dem Bischof sprach Stefanie Bolzen.

10.03.2007, Die Welt





Пошаљите коментар

Да би сте послали коментар морате бити улоговани

GENOCIDE REVEALED
logo
Писанија Грешног Милоја
Проф. Др. Миодраг Петровић

Проф. Др. Миодраг Петровић

КРОТКИ ЛАФОВИ!
Антиекуменистички сајт

НОВИ Антиекуменистички сајт

“СТРЕЉАЊЕ ИСТОРИЈЕ”
logo
ПРАВОСЛАВАЦ 2017
ГЕНОЦИД
ЈАСТРЕБАРСКО 1942
БОЈКОТ НАРОДА – документарац
новинар.де
Loading
КОРУПЦИЈА, ВЛАСТ, ДРЖАВА
logo
АГЕНЦИЈА ЗА БОРБУ ПРОТИВ КОРУПЦИЈЕ
logo